Ja, beim Theater sparen. So, wie es 2014 versprochen war.
Bonn darf sich eine große Bühne leisten. Aber nicht, ohne je nachzurechnen, ob ein Versprechen gehalten wurde.
Meinung. Gibt die Sicht der Autorin oder des Autors wieder. Die verwendeten Zahlen sind im Zahlen-Register belegt; die Schlüsse daraus sind die der Autorin oder des Autors.
Es gibt in Bonn zwei bequeme Haltungen zur Kultur. Die eine sagt: Finger weg, die Oper ist das Herz der Beethovenstadt. Die andere sagt: Wer pleite ist, braucht kein Orchester. Beide machen es sich zu leicht.
Fangen wir bei den Zahlen an. Das Theater kostete den Haushalt 2025 40,9 Mio. €(2025 · Entwurf). Das ist viel Geld, aber es ist kein Defizit-Treiber. Selbst eine halbierte Kultur würde das erwartete Minus 2026 von −167,5 Mio. €(2026 (Stand 07.09.2026) · Prognose) nicht schließen. Wer die Kultur zum Sündenbock macht, lenkt von den großen Brocken ab.
Das Problem ist nicht, dass Bonn viel für Kultur ausgibt. Das Problem ist, dass niemand nachhält, ob es so viel sein soll.
Und genau deshalb sollte Bonn sparen, nicht aus Not, sondern aus Prinzip. 2014 hat die Stadt den Landesprüfern zugesagt, die Theaterkosten an vergleichbare Städte anzupassen: 8 Mio. € weniger bis 2022. Ob das passiert ist, lässt sich heute nicht sauber nachrechnen. Ein spürbarer Rückgang ist nicht zu sehen. Ein Versprechen, das niemand prüft, ist keins.
Mein Vorschlag ist unspektakulär. Der Rat beschließt jedes Jahr einen Kultur-Kassenbon, Posten für Posten, und vergleicht ihn mit dem Versprechen von 2014. Wo Bonn bewusst mehr will, sagt es das und begründet es. Wo nicht, wird angepasst. Eine Stadt, die vom Land eine Altschuldenentlastung bekommt, sollte das aushalten.
Kultur ist keine Kür. Aber sie ist eine Entscheidung. Und Entscheidungen muss man regelmäßig neu treffen.
Unsere Tochter steht seit zwei Schuljahren auf der Warteliste der Musikschule. Private Stunden können wir uns nicht jede Woche leisten. Eine Leserin über eine Zahl, die für sie ein Gesicht hat.
Theater und Orchester sind kein Luxus, den sich Bonn in guten Jahren gönnt. Sie gehören zu dem, was die Stadt für Menschen und Unternehmen attraktiv macht. Ein Einwand gegen den Rotstift.
Bonn ist Beethovenstadt, ehemalige Hauptstadt, UN-Stadt. Das sieht man, und das kostet. Ein Blick auf die Dinge, deren Umfang Bonn selbst bestimmt und die Bonn ausmachen.
Redaktion5 Min.
Zahlen in diesem Beitrag
40,9 Mio. €kostete das Theater den Haushalt nach Verrechnung aller internen Leistungen, rund 120 € pro Kopf2025 · Entwurf · Stadt Bonn
−167,5 Mio. €Erwartetes Jahresergebnis 2026 nach dem Quartalsbericht II2026 (Stand 07.09.2026) · Prognose · Stadt Bonn
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