Faktenchecks
Stimmt das?
Jeder Check ist eine eigene Einheit mit fester Adresse. Beiträge können ihn einbetten, Themenseiten zeigen ihn automatisch an. Geprüft wird gegen amtliche Zahlen; wo nur Presse oder Verbände etwas sagen, steht das dabei.
StimmtStimmt teilweiseIrreführendStimmt nichtNicht belegbar
Du hast eine Behauptung über Bonns Finanzen gehört, die wir prüfen sollen? Schick sie uns.
Alle Faktenchecks
Blitzer und Knöllchen machen Bonn reich.
Stimmt nichtNach Abzug ihrer eigenen Kosten brachte die Verkehrsüberwachung 2024 rund 2,5 Mio. € (Ist, nach interner Verrechnung). Das sind 0,14 % aller Erträge.
Die oft zitierten 12 Mio. € aus den Bußgeldlisten sind ausgestellte Beträge, keine Einnahmen. Die Zahl der Verfahren sinkt sogar, von 359.653 (2023) auf 301.116 (2025, Entwurf).
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Als Bundesstadt bekommt Bonn jedes Jahr Geld vom Bund.
Stimmt nicht (heute)Nach dem Umzug nach Berlin flossen von 1995 bis 2004 rund 1,44 Mrd. € in die Region Bonn, für Projekte und nicht für den laufenden Stadthaushalt.
Heute gibt es keinen laufenden Bundesstadt-Ausgleich. Eine neue Zusatzvereinbarung mit dem Bund ist verhandelt, aber noch nicht unterschrieben (Stand September 2026).
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Die Flüchtlinge sind schuld am Defizit.
Mit den Daten nicht belegbarDie Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz kosteten die Stadt netto rund 4 Mio. €. Selbst wenn man die gesamte Wohnungslosen- und Unterbringungshilfe hinzurechnet, die auch andere Menschen betrifft, sind es in diesen beiden Bereichen rund 27 Mio. € (2025, Entwurf).
Alle Sozialleistungen zusammen kosten netto über 500 Mio. € (Plan 2026, einschließlich Landschaftsumlage). Geringere Erstattungen für die Unterbringung nennt die Stadt als einen von mehreren Gründen für die Verschlechterung 2026, ohne Betrag.
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Mit der Müllverbrennung verdient die Stadt Geld für ihren Haushalt.
Stimmt teilweiseDie Müllverwertungsanlage machte 2024 einen Gewinn vor Steuern von 3,35 Mio. €. Davon gingen 3,14 Mio. € an die Muttergesellschaft im Stadtwerke-Verbund.
Das Geld fließt also nicht automatisch in den Stadthaushalt. Im Stadtwerke-Konzern kann es helfen, Bereiche mit Verlust wie Bus und Bahn mitzutragen. Mehr in Bonns Müll macht Gewinn.
Geprüft am 06.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Die Nordbrücke treibt Bonn in die Pleite.
Stimmt so nichtAbriss und Neubau zahlt der Bund. Bonn trägt die Kosten der Notmaßnahmen, etwa für den kostenlosen Nahverkehr im Juni. Das sind ≈ 1,2 Mio. €.
Teuer wird die Sperrung für die Wirtschaft und für deine Zeit. Langfristig kann sie auch die Gewerbesteuer treffen. Mehr in Die Nordbrücke.
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Bonn ist pleite.
Rechtlich falsch, im Kern ernstEine Gemeinde kann in Deutschland nicht insolvent werden (§ 128 Abs. 2 GO NRW).
Aber: Die Rücklage für schlechte Jahre ist nach dem Plan 2026 aufgebraucht, die Schulden wachsen, und seit September 2026 gilt eine Haushaltssperre. Danach droht ein Haushaltssicherungskonzept unter Aufsicht der Bezirksregierung. Mehr in Notbremse gezogen.
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Die Strom-Gewinne der Stadtwerke bezahlen den Bus.
Stimmt teilweiseGewinne aus Strom und Gas und das Minus von Bus und Bahn werden in einem Konzern verrechnet, das spart Steuern. 2024 standen Bonn 34,7 Mio. € Energiegewinn zu, im Verkehr blieb nach allen Zuschüssen ein Minus von 37,8 Mio. €.
Die Energie trägt also mit, aber sie reicht nicht. Dazu kommen der Deutschlandticket-Ausgleich von Bund und Land (2025: 36,8 Mio. €) und seit 2023 ein eigener Ausgleich der Stadt (2024: 35,6 Mio. €, 2025: 39,7 Mio. €). Mehr in Bus, Bahn, Stadtwerke.
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Bonn besitzt über 5 Milliarden Euro, die Stadt ist gar nicht arm.
IrreführendDas Anlagevermögen der Kernverwaltung lag Ende 2024 bei 5,15 Mrd. €. Den größten Teil machen Kanäle, Straßen, Brücken und Grünflächen aus, etwa 680 Mio. € für Grünflächen. Verkaufen lässt sich davon kaum etwas.
Auf Konten und in Kassen lagen zum selben Stichtag nur 8,48 Mio. €, bevor fällige Zahlungen abgezogen sind. Die Bilanz zeigt Buchwerte, keine Marktpreise. Mehr in Was Bonn besitzt.
Geprüft am 06.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Der Rettungsdienst finanziert sich vollständig über Gebühren.
Stimmt teilweiseBeim Notarztdienst deckten die Gebühren 2024 mehr als die Kosten, bei der Notfallrettung 91,4 %, beim Krankentransport noch weniger.
Im Haushalt 2025 gleichen sich Erträge und Aufwendungen fast aus (−0,2 Mio. €). Mit den Leistungen anderer städtischer Stellen bleibt aber ein Zuschuss von 5,42 Mio. €. Mehr in Der Rettungswagen kommt. Wer zahlt?.
Geprüft am 06.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Mit höheren Steuern wäre das Problem gelöst.
Stimmt nichtBonn hat schon einen der höchsten Gewerbesteuersätze in NRW (537 %).
Um das erwartete Defizit 2026 allein über Steuern zu schließen, bräuchte es 792 % Gewerbesteuer oder 1.901 % Grundsteuer B. Mehr in Woher das Geld kommt.
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Die Verwaltung ist aufgebläht.
Stimmt teilweiseDer Personalanteil liegt mit 22,85 % über der typischen Stadt, aber nicht im teuersten Viertel. Die Planstellen sind seit 2023 kaum gestiegen (+0,9 %), die Kosten steigen über die Löhne.
Gleichzeitig waren Mitte 2024 515 Stellen unbesetzt, und Bauanträge dauerten 2023 im normalen Verfahren 295 Tage. Mehr in Personal und Pensionen.
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Das WCCB hat Bonn ruiniert.
Stimmt nichtDas WCCB war ein Desaster. Eine amtliche Gesamtrechnung gibt es nicht, der Bund der Steuerzahler schätzt den Schaden auf rund 250 Mio. €.
Belegt ist vor allem ein Vergleich über 70 Mio. €, bezahlt 2017 mit zusätzlichem Dispo. Bei rund 2 % Zins kostet das etwa 1,4 Mio. € im Jahr (eigene Näherung).
Das erklärt weder 840 Mio. € Dispo noch ein Defizit von über 100 Mio. € (2026, Plan und Prognose). Mehr in Bonns Baustellen.
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →