Leitfrage · 3 Beiträge · Stimmen: Redaktion, Wissenschaft
Braucht Bonn eine Dispo-Bremse?
Eine feste Regel, nach der Überschüsse zuerst in die Tilgung der Liquiditätskredite fließen.
Der Dispo ist seit mindestens 2013 nie unter 600 Mio. € gefallen. Mit steigenden Zinsen wird aus einer lästigen eine teure Gewohnheit.
Was feststeht
- Ende 2025 lag der Dispo bei 840 Mio. €; das Land übernimmt 225 Mio. € davon.
- Die Zinsen sollen von 51 Mio. € auf 111 Mio. € steigen.
- Die Ausgleichsrücklage ist nach den Fehlbeträgen 2024 und 2025 fast leer (rund 9 Mio. €).
Was offen ist
- Ob eine Tilgungsregel in Jahren mit Defizit überhaupt greift, hängt davon ab, wie sie formuliert ist.
Zum Einlesen
Erklärstücke und Analysen ohne Haltung zur Frage.
Die Positionen
Meinungsbeiträge, sortiert nach Haltung. Jede Perspektive nutzt dieselben belegten Zahlen.
Dafür
Wägt ab
Dagegen
Passende Faktenchecks
Das WCCB hat Bonn ruiniert.
Stimmt nichtDas WCCB war ein Desaster. Eine amtliche Gesamtrechnung gibt es nicht, der Bund der Steuerzahler schätzt den Schaden auf rund 250 Mio. €.
Belegt ist vor allem ein Vergleich über 70 Mio. €, bezahlt 2017 mit zusätzlichem Dispo. Bei rund 2 % Zins kostet das etwa 1,4 Mio. € im Jahr (eigene Näherung).
Das erklärt weder 840 Mio. € Dispo noch ein Defizit von über 100 Mio. € (2026, Plan und Prognose). Mehr in Bonns Baustellen.
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Bonn ist pleite.
Rechtlich falsch, im Kern ernstEine Gemeinde kann in Deutschland nicht insolvent werden (§ 128 Abs. 2 GO NRW).
Aber: Die Rücklage für schlechte Jahre ist nach dem Plan 2026 aufgebraucht, die Schulden wachsen, und seit September 2026 gilt eine Haushaltssperre. Danach droht ein Haushaltssicherungskonzept unter Aufsicht der Bezirksregierung. Mehr in Notbremse gezogen.
Geprüft am 04.10.2026Faktencheck mit Quellen →
Bonn besitzt über 5 Milliarden Euro, die Stadt ist gar nicht arm.
IrreführendDas Anlagevermögen der Kernverwaltung lag Ende 2024 bei 5,15 Mrd. €. Den größten Teil machen Kanäle, Straßen, Brücken und Grünflächen aus, etwa 680 Mio. € für Grünflächen. Verkaufen lässt sich davon kaum etwas.
Auf Konten und in Kassen lagen zum selben Stichtag nur 8,48 Mio. €, bevor fällige Zahlungen abgezogen sind. Die Bilanz zeigt Buchwerte, keine Marktpreise. Mehr in Was Bonn besitzt.
Geprüft am 06.10.2026Faktencheck mit Quellen →