Alles, was der Stadt dauerhaft für ihre Aufgaben dient – etwa Grundstücke, Schulgebäude, Straßen, Fahrzeuge und Beteiligungen.
Erklärung und Beispiel lesen
Zum Anlagevermögen gehört, was dauerhaft für die Aufgaben der Stadt da sein soll: Grundstücke und Gebäude, Infrastruktur wie Straßen, Fahrzeuge, gekaufte Software und Finanzanlagen wie Beteiligungen an Unternehmen. Entscheidend ist der Zweck, nicht allein die Lebensdauer. Abnutzbare Anlagen verlieren über ihre Nutzungsdauer an Buchwert – durch Abschreibungen, ähnlich dem Wertverlust eines Autos. Grundstücke werden grundsätzlich nicht planmäßig abgeschrieben.
Beim Kauf fließt das Geld als Investitionsauszahlung. Als Aufwand verteilt es sich meist über die späteren Nutzungsjahre. Ein großer Anlagenbestand ist deshalb weder verfügbares Geld noch eine Aussage über den baulichen Zustand. In Bonn zeigt die Kernbilanz außerdem nicht jedes Gebäude städtischer Einrichtungen einzeln. Bereiche mit eigener Rechnung muss man anhand ihrer eigenen Abschlüsse einordnen.
Vollständigen Begriff öffnen →Bauprojekte und Anlagen, die noch nicht fertig oder noch nicht endgültig zugeordnet sind, sowie Vorauszahlungen dafür.
Erklärung und Beispiel lesen
Hier stehen Vorauszahlungen auf Anlagen und die bisherigen Kosten für Vorhaben, die noch nicht nutzbar sind – soweit diese Kosten als Vermögen verbucht werden dürfen. Ein begonnener Schulneubau steht also schon in der Bilanz, obwohl dort noch kein Unterricht stattfindet. Nach der Fertigstellung werden die Baukosten in die passende Gruppe umgebucht, etwa zu den Gebäuden. Abgeschrieben wird grundsätzlich erst, wenn die Anlage betriebsbereit ist.
Sinkt dieser Posten, kann das an fertiggestellten Projekten liegen – es muss kein Baustopp sein. Ein hoher Bestand verrät weder die noch ausstehenden Gesamtkosten noch den Fertigstellungstermin. Dafür braucht es Projektbudgets und aktuelle Bauberichte. Nicht verwechseln mit erhaltenen Anzahlungen auf der Passivseite der Bilanz (der Seite mit Schulden und Eigenkapital): Hier geht es um Vermögen und um Zahlungen, die die Stadt selbst geleistet hat.
Vollständigen Begriff öffnen →Alles, was die Stadt in einem Jahr verbraucht – Arbeitszeit, Energie, Abnutzung von Gebäuden –, egal wann die Rechnung bezahlt wird.
Erklärung und Beispiel lesen
Beispiel: Abschreibungen sind Aufwand, ohne dass im selben Jahr Geld abfließt.
Aufwand ist der in Geld bewertete Verbrauch eines Jahres: die Arbeit der Beschäftigten, verbrauchte Energie, die Abnutzung von Gebäuden, Fahrzeugen und Geräten. Aufwand verschlechtert das Jahresergebnis. Er zählt in dem Jahr, in dem verbraucht wird – auch wenn die Rechnung erst später bezahlt wird. Das ist wie bei einem Auto: Es verliert jedes Jahr an Wert, obwohl Sie es nur einmal bezahlt haben. Diesen jährlichen Wertverlust nennt man Abschreibung.
Worauf Sie achten sollten: Der Aufwand einer Aufgabe ist mehr als das, was direkt ausgezahlt wurde. Abschreibungen oder neu gebildete Rückstellungen für spätere Verpflichtungen können enthalten sein, ohne dass gleichzeitig Geld fließt. Umgekehrt ist die Rückzahlung eines Kredits zwar eine Auszahlung, aber kein Aufwand.
Außerdem ist der gesamte Aufwand einer Aufgabe nicht dasselbe wie das, was nach Abzug der ihr zugeordneten Erträge übrig bleibt. Ein hoher Aufwand bedeutet also nicht automatisch einen ebenso hohen Zuschussbedarf – den Teil, den die Stadt aus allgemeinen Mitteln decken muss.
Vollständigen Begriff öffnen →Bauwerke, die der Stadt zugerechnet werden, obwohl das Grundstück jemand anderem gehört.
Erklärung und Beispiel lesen
Hier stehen Bauwerke, die wirtschaftlich der Stadt zugeordnet sind, obwohl das Grundstück einem Dritten gehört. Für die Bilanz zählt, wem das Bauwerk wirtschaftlich zuzurechnen ist – nicht allein, wem der Boden gehört. Ein solcher Posten kann etwa entstehen, wenn die Stadt fremde Flächen vertraglich abgesichert nutzt. Nicht jedes gemietete Gebäude gehört dazu. Der fremde Boden wird durch das städtische Bauwerk nicht zu städtischem Grundbesitz.
Für die Bewertung zählen Baukosten und Abschreibungen, aber auch die Nutzungsvereinbarungen. Aus dem Buchwert lassen sich weder die restliche Vertragslaufzeit noch eine spätere Entschädigung ablesen. Solche Einzelheiten stehen im Anhang zum Abschluss oder in den zugrunde liegenden Verträgen.
Vollständigen Begriff öffnen →Grundstücke mit Gebäuden; den größten Teil der städtischen Gebäude führt allerdings das Städtische Gebäudemanagement in eigenen Büchern.
Erklärung und Beispiel lesen
Diese Bilanzposition umfasst Grundstücke mit Gebäuden, die in diesem Bilanzbereich geführt werden, sowie grundstücksgleiche Rechte. Die kommunale Gliederung unterscheidet zum Beispiel Schulen, Kitas, Wohnbauten und sonstige Dienst- oder Betriebsgebäude. Boden und Gebäude werden unterschiedlich bewertet: Das Gebäude wird in der Regel über seine Nutzungsdauer abgeschrieben, der Boden grundsätzlich nicht.
In Bonn kommt es darauf an, wo ein Gebäude geführt wird. Gebäude in den Büchern des Städtischen Gebäudemanagements Bonn (SGB) erscheinen nicht noch einmal einzeln in der Kernbilanz der Stadt. Ein kleiner Wert für Schulen im Kernhaushalt beschreibt daher nicht alle Bonner Schulgebäude. Bauzustand, Nutzflächen und Sanierungsbedarf lassen sich aus dem Buchwert ebenfalls nicht ablesen.
Vollständigen Begriff öffnen →Einrichtung, die die Stadt länger nutzt, zum Beispiel Büromöbel sowie Schul-, Werkstatt- und Betriebsausstattung.
Erklärung und Beispiel lesen
Gemeint sind Einrichtungs- und Ausstattungsgegenstände, die die Stadt länger nutzt und die weder zum Gebäude noch zu den eigenständigen technischen Anlagen zählen. Dazu können Büromöbel, Werkstatteinrichtung oder Schulausstattung gehören. Verbrauchsmaterial wie Papier gehört nicht dazu, auch wenn eine Behörde es braucht.
Für geringwertige Gegenstände gelten vereinfachte Bewertungs- und Abschreibungsregeln. Vorhandene Ausstattung kann deshalb nur mit einem kleinen oder gar keinem nennenswerten Restbuchwert erscheinen. Der Bilanzbetrag ist also keine vollständige Inventarliste und kein Maß für die Qualität der Arbeitsplätze. Für Vergleiche zwischen Jahren zählen Zugänge, Abschreibungen und Abgänge. Bei Schulen muss außerdem klar sein, in welchem Teil der städtischen Buchführung (Rechnungskreis) die Ausstattung geführt wird.
Vollständigen Begriff öffnen →Eine Momentaufnahme an einem Stichtag: Was besitzt die Stadt, und wie ist dieses Vermögen finanziert – mit eigenen Mitteln oder mit Schulden?
Erklärung und Beispiel lesen
Die Bilanz stellt an einem Stichtag, meist dem Jahresende, das Vermögen der Stadt und seine Finanzierung gegenüber. Auf der einen Seite (Aktivseite) steht, was die Stadt hat: Gebäude, Grundstücke, Beteiligungen an Unternehmen, offene Forderungen und Geld auf dem Konto. Auf der anderen Seite (Passivseite) steht, womit das finanziert ist: Eigenkapital, Sonderposten, Rückstellungen für spätere Verpflichtungen und Verbindlichkeiten, also Schulden. Beide Seiten ergeben immer dieselbe Summe. Das allein sagt noch nichts darüber, ob die Finanzen gesund sind.
Worauf Sie achten sollten: Bilanzwerte sind Buchwerte. Ein Gebäude kann noch lange nutzbar sein und trotzdem nur einen niedrigen Restwert in den Büchern haben – wie ein altes, gut gepflegtes Auto. Der Buchwert ist weder ein Verkaufspreis noch Geld, das für andere Aufgaben bereitliegt. Bilanzsumme und Jahresaufwand dürfen nicht addiert werden: Die Bilanz zeigt einen Bestand an einem Tag, der Aufwand einen Verbrauch über ein Jahr. Warum sich Werte ändern, zeigen erst Zugänge, Abgänge und Bewertungen.
Vollständigen Begriff öffnen →Bonn-Netz betreibt die Bonner Strom- und Gasnetze; die Firma ist eine Tochter der EnW im Verbund der Stadtwerke Bonn (SWB).
Erklärung und Beispiel lesen
Die Bonn-Netz GmbH ist eine Tochter der Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH, kurz EnW. Sie plant, baut und betreibt die Bonner Strom- und Gasnetze und übernimmt weitere Netzdienstleistungen. Das Netz ist so etwas wie die Straße, auf der die Energie transportiert wird. Wer die Energie an Kundinnen und Kunden verkauft, ist davon zu unterscheiden.
Worauf Sie achten sollten: Der Bonn-Netz-Bericht zeigt den Jahresabschluss 2024 dieser einen Gesellschaft mit eigenen Aufwendungen, Erträgen und Ergebnisstufen. Ein an die Muttergesellschaft abgeführtes Ergebnis ist etwas anderes als die Kosten des Netzbetriebs. Wer Bonn-Netz und EnW zusammen betrachten will, darf ihre Abschlüsse nicht einfach addieren. Leistungen innerhalb des Konzerns und Ergebnisabführungen müssen herausgerechnet werden, sonst zählen Beträge doppelt.
Vollständigen Begriff öffnen →Zeigt in Prozent, welchen Anteil der Kosten einer Aufgabe bestimmte Einnahmen decken, etwa Gebühren oder Eintrittsgelder.
Erklärung und Beispiel lesen
Der Deckungsgrad setzt bestimmte Erträge ins Verhältnis zu den zugehörigen Aufwendungen oder Kosten. Angenommen, ein Angebot kostet 100.000 Euro und bringt 40.000 Euro an Gebühren: Dann liegt der Deckungsgrad bei 40 Prozent. Welche Erträge und Kosten genau gemeint sind, muss bei der Kennzahl stehen.
In kommunalen Berichten können auf der Ertragsseite auch Zuschüsse stecken. Dann zeigt der Wert nicht allein, welchen Anteil Eintrittskarten oder Gebühren finanzieren. Eine Kostendeckung nach Gebührenrecht kann auf einer eigenen Kostenrechnung beruhen, die von der Ergebnisrechnung abweicht. Auch interne Verrechnungen verändern die Aussage. Vergleichen Sie deshalb nur Werte mit gleichem Zeitraum, gleichem Rechnungskreis und gleichen Positionen. Ein hoher Deckungsgrad beweist weder guten Service noch sparsames Wirtschaften. Er sagt nur, welchen Anteil der festgelegten Kosten die festgelegten Erträge decken.
Vollständigen Begriff öffnen →Der rechnerische Rest des Vermögens nach Abzug von Schulden, Rückstellungen und anderen Posten – kein Geld auf einem Konto.
Erklärung und Beispiel lesen
Eigenkapital ist eine Rechengröße: das bilanzierte Vermögen minus alle übrigen Posten der Passivseite wie Schulden, Rückstellungen und Sonderposten. Beim Eigenheim wäre es der Wert des Hauses abzüglich der Restschuld beim Kredit. In der kommunalen Bilanz besteht es unter anderem aus allgemeiner Rücklage, Ausgleichsrücklage und Jahresergebnis. Jahresfehlbeträge, also Verluste eines Jahres, können diesen rechnerischen Puffer aufzehren. Weitere Veränderungen folgen aus Buchungs- und Verrechnungsregeln.
Das Eigenkapital liegt nicht als Geld auf einem Konto. Es steckt auch in Schulen, Straßen und anderem Vermögen, das die Stadt für ihre Aufgaben braucht. Positives Eigenkapital heißt deshalb nicht, dass genug Geld zum Bezahlen da ist. Umgekehrt zeigt ein niedriger Wert allein nicht, welche Rechnungen die Stadt morgen bezahlen kann. Für ein Gesamtbild gehören Ergebnisentwicklung, Zahlungsfähigkeit und Schulden dazu.
Vollständigen Begriff öffnen →Geld, das tatsächlich bei der Stadt eingeht oder von ihr abfließt.
Erklärung und Beispiel lesen
Beispiel: Die Tilgung eines Kredits ist eine Auszahlung, aber kein Aufwand. Die Zinsen dafür sind in der Regel Aufwand (Finanzaufwand).
Einzahlungen und Auszahlungen sind echte Geldbewegungen – das, was auf einem Kontoauszug stünde. Die Finanzrechnung sortiert sie nach laufendem Betrieb, Investitionen und Finanzierung. Sie zeigen, wie sich der Geldbestand verändert. Ob die Stadt wirtschaftlich einen Überschuss erzielt, zeigen sie nicht direkt.
Worauf Sie achten sollten: Zahlung und Ertrag oder Aufwand fallen nicht immer ins selbe Jahr. Begleicht jemand im neuen Jahr eine Forderung, die schon im Vorjahr als Ertrag gebucht war, ist das eine Einzahlung – aber kein zweites Mal Ertrag. Wer einen Kredit tilgt, hat danach weniger Geld und weniger Schulden; nur die Zinsen belasten grundsätzlich auch das Ergebnis. Vergleichen Sie Zahlungsbeträge deshalb nur mit anderen Zahlungsbeträgen. Besonders bei Bauprojekten gilt: Die Zahlung für den Bau und die jährliche Abschreibung sind keine zwei Kosten im selben Jahr, die man addieren darf.
Vollständigen Begriff öffnen →Ein veröffentlichter Zwischenstand, der noch nicht abschließend geprüft und bestätigt ist.
Erklärung und Beispiel lesen
Beim Jahresabschluss heißt Entwurf: Die Verwaltung hat alle Buchungen des vergangenen Jahres zu einer Abrechnung zusammengeführt. Geprüft und abschließend bestätigt (festgestellt) ist sie aber noch nicht. Bis dahin kann sich noch etwas ändern – etwa bei der Bewertung von Vermögen, bei Rückstellungen für absehbare spätere Verpflichtungen oder bei der Frage, zu welchem Jahr ein Vorgang gehört. Ein Abschlussentwurf beruht trotzdem auf echten Buchungen. Er ist keine Schätzung.
Worauf Sie achten sollten: Vergleichen Sie einen Entwurf mit einem früheren, bereits bestätigten Abschluss, ist der Prüfstand unterschiedlich. Die Kennzeichnung Entwurf trennt solche vorläufigen Zahlen vom endgültigen Ist. Vorsicht bei Haushaltsplänen: Dort bedeutet Entwurf etwas anderes – ein Planungsvorschlag, über den noch entschieden wird. Ob ein Plan oder ein Abschluss gemeint ist, verrät die genannte Quelle, nicht das Wort Entwurf.
Wichtig: Ein Entwurf wird auf dieser Website nie als abschließend bestätigtes Ist bezeichnet.
Vollständigen Begriff öffnen →EnW ist die Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH, ein Unternehmen im Verbund der Stadtwerke Bonn (SWB).
Erklärung und Beispiel lesen
EnW steht für die Energie- und Wasserversorgung Bonn/Rhein-Sieg GmbH. Das Unternehmen im Verbund der Stadtwerke Bonn (SWB) versorgt Kundinnen und Kunden mit Energie und Wasser. Sein Jahresabschluss fasst mehrere Versorgungsbereiche zusammen. Er ist weder eine reine Stromrechnung noch der Abschluss des gesamten Stadtwerke-Konzerns.
Worauf Sie achten sollten: Die Energie-Seite zeigt nur diese eine Gesellschaft. Ihre Erträge und Aufwendungen lassen sich ohne weitere Daten nicht vollständig auf Strom, Gas, Wärme und Wasser aufteilen. Bonn-Netz und die Verkehrsgesellschaft haben eigene Abschlüsse; deren vollständige Zahlen stecken nicht im EnW-Abschluss. Verbindungen zu anderen Gesellschaften können dort trotzdem auftauchen, etwa als eingekaufte Leistungen oder Ergebnisse aus Beteiligungen. Die Gewinnabführung ist gesondert zu lesen: Sie gibt ein Ergebnis weiter und ist keine zusätzliche Ausgabe für die Versorgung wie Einkauf oder Personal.
Vollständigen Begriff öffnen →Der Jahresplan eines städtischen Betriebs mit eigener Buchführung: Was fließt ihm voraussichtlich an Werten zu, was verbraucht er?
Erklärung und Beispiel lesen
Der Erfolgsplan stellt die erwarteten Erträge und Aufwendungen einer Einrichtung mit eigener Rechnung gegenüber, etwa des Städtischen Gebäudemanagements Bonn (SGB). Er ist der Plan zu ihrer Gewinn- und Verlustrechnung. Mit der Ergebnisrechnung des städtischen Kernhaushalts ist er nicht identisch. Er enthält nicht nur Zahlungen, sondern auch Abschreibungen, also den Wertverlust von Gebäuden und Anlagen. Kredittilgungen sind dagegen keine laufenden Aufwendungen.
Im Bonner SGB-Finanzbericht stehen mehrere Spalten nebeneinander: Plan und Ist für einen Teil des Jahres, der Jahresplan und eine Hochrechnung. Jede Spalte beantwortet eine andere Frage – deshalb nicht vermischen. Auch Zwischensummen umfassen nur bestimmte Positionen: Zinsen oder Steuern können außerhalb einer Aufwandssumme stehen. Zuschüsse, die schon in den Erträgen stecken, dürfen nicht noch einmal addiert werden. Maßgeblich sind Gliederung und Erläuterungen des jeweiligen Berichts.
Vollständigen Begriff öffnen →Gewinn oder Verlust eines Unternehmens, bevor die Steuern auf den Gewinn abgezogen werden.
Erklärung und Beispiel lesen
Das Ergebnis vor Ertragsteuern ist eine Zwischensumme in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) eines Unternehmens. Es enthält alle Erträge und Aufwendungen bis zu dieser Stufe, auch Zinsen und andere Finanzposten. Nur die Steuern auf den Gewinn (Ertragsteuern) fehlen noch. Es ist also weder der Umsatz noch das Ergebnis des reinen Betriebs ohne Finanzierung.
Worauf Sie achten sollten: In den Berichten zu den Stadtwerken Bonn (SWB) steht die Zahl so, wie sie der veröffentlichte Jahresabschluss der jeweiligen Gesellschaft ausweist. Wer die gezeigten betrieblichen Erträge und Aufwendungen selbst verrechnet, kommt nicht unbedingt auf denselben Wert – in diesen verkürzten Listen können weitere GuV-Posten fehlen. Beim Verkehrsunternehmen sind öffentliche Ausgleichszahlungen schon in den betrieblichen Erträgen enthalten. Ein negatives Ergebnis vor Ertragsteuern ist dort also nicht automatisch das ganze Defizit vor öffentlicher Finanzierung.
Auch der Weg zur Gewinnabführung und zum Jahresergebnis braucht eine vollständige Rechnung Schritt für Schritt. Die sichtbaren Kennzahlen einfach voneinander abzuziehen, kann in die Irre führen.
Vollständigen Begriff öffnen →Sie vergleicht, was der Stadt in einem Jahr zusteht, mit dem, was sie in diesem Jahr verbraucht – einschließlich der Abnutzung ihrer Gebäude.
Erklärung und Beispiel lesen
Die Ergebnisrechnung stellt Erträge und Aufwendungen eines Jahres gegenüber. Vereinfacht fragt sie: Was steht der Stadt in diesem Jahr zu (Steuern, Gebühren, Zuschüsse)? Und was verbraucht sie (Personal, Energie, Abnutzung von Gebäuden …)? Entscheidend ist, zu welchem Jahr etwas gehört – nicht, an welchem Tag Geld fließt. Deshalb zählt auch der jährliche Wertverlust von Gebäuden und Geräten mit (Abschreibung). Ebenso zählen Veränderungen bei Rückstellungen, also bei absehbaren späteren Verpflichtungen.
Worauf Sie achten sollten: Ein Gebäude kann hier Kosten verursachen, obwohl sein Bau längst bezahlt ist. Umgekehrt belastet der Kauf von etwas lange Nutzbarem das Ergebnis meist nicht sofort mit dem ganzen Preis. Ein Überschuss heißt deshalb nicht, dass genauso viel Geld zusätzlich auf dem Konto liegt. Wo diese Website die Kosten einer Aufgabe über ihren Aufwand zeigt, ist diese Sicht gemeint.
Ob die Stadt zahlungsfähig ist und wie viele Kredite sie aufnimmt oder tilgt, zeigt die Finanzrechnung. Beide Rechnungen gehören nebeneinander gelesen, nicht addiert.
Wichtig: Ergebnisrechnung und Finanzrechnung messen Verschiedenes und dürfen nicht zusammengerechnet werden.
Vollständigen Begriff öffnen →Was der Stadt für ein Jahr zusteht – etwa Steuern, Gebühren oder Zuschüsse –, auch wenn das Geld vielleicht erst später kommt.
Erklärung und Beispiel lesen
Beispiel: Wird eine Rückstellung nicht mehr gebraucht und aufgelöst, kann das ein Ertrag sein – ohne dass Geld eingeht.
Ein Ertrag ist ein Wertzuwachs, der einem bestimmten Jahr zugerechnet wird. Typische Erträge der Stadt sind Steuern, Gebühren und Entgelte sowie Zuschüsse. Erträge verbessern das Jahresergebnis und damit das Eigenkapital. Wann das Geld tatsächlich kommt, ist eine andere Frage. Hat die Stadt zum Beispiel schon einen Anspruch, das Geld geht aber erst im nächsten Jahr ein, ist der Betrag bereits Ertrag – und bis zur Zahlung eine offene Forderung.
Worauf Sie achten sollten: Eine Ertragsübersicht ist kein Kontoauszug. Manche Erträge bringen gar kein neues Geld von außen. Das passiert etwa, wenn eine Rückstellung (eine gebuchte spätere Verpflichtung) nicht mehr gebraucht und aufgelöst wird. Erträge, die einer Aufgabe zugeordnet sind, zeigen, welcher Teil ihrer Kosten wirtschaftlich gedeckt ist. Sie beweisen nicht, dass das Geld frei verwendbar ist – manche Mittel sind an einen Zweck gebunden. Kredite sind keine Erträge, weil ihnen eine neue Schuld gegenübersteht.
Vollständigen Begriff öffnen →Sie zeigt, wie viel Geld in einem Jahr tatsächlich bei der Stadt eingegangen und von ihr abgeflossen ist.
Erklärung und Beispiel lesen
Die Finanzrechnung ist so etwas wie der Kontoauszug der Stadt für ein ganzes Jahr: Sie erfasst alle Ein- und Auszahlungen. Dabei sortiert sie das Geld in drei Bereiche: laufender Betrieb der Verwaltung, Investitionen (etwa Bauprojekte) und Finanzierung (Kredite aufnehmen und zurückzahlen). So sieht man, ob der laufende Betrieb Geld übrig lässt, wie viel in Vermögen fließt und welche Rolle Kredite spielen. Die geplanten Zahlungen stehen dagegen im Finanzplan.
Worauf Sie achten sollten: Ein Kredit bringt zunächst Geld aufs Konto, muss aber zurückgezahlt werden. Er ist also kein erwirtschafteter Überschuss. Umgekehrt kann ein Neubau im Baujahr viel Geld kosten, während sein Wertverlust (Abschreibung) erst über spätere Jahre verteilt anfällt. Prüfen Sie beim Betrag unterm Strich, aus welchem der drei Bereiche er stammt. Ein Plus in der Finanzrechnung heißt nicht, dass die Ergebnisrechnung ausgeglichen ist.
Wichtig: Eine Kreditaufnahme ist eine Einzahlung, aber kein Ertrag.
Vollständigen Begriff öffnen →Der Planwert inklusive nachträglicher Änderungen im Laufe des Jahres, etwa aus Vorjahren übertragener Mittel.
Erklärung und Beispiel lesen
Der fortgeschriebene Ansatz ist der aktualisierte Planwert. Er beginnt beim ursprünglich beschlossenen Betrag im Haushaltsplan (Ansatz). Hinzu kommen vor allem nicht genutzte Ausgabeerlaubnisse aus Vorjahren, die ins neue Jahr übertragen wurden. Außerdem zählen weitere Änderungen, die der jeweilige Bericht einbezieht. Für eine Maßnahme kann deshalb mehr Geld zur Verfügung stehen, als im ursprünglichen Jahresplan steht.
Der Vergleich des Ist (was tatsächlich gebucht wurde) mit dem fortgeschriebenen Ansatz zeigt, wie viel der aktualisierten Erlaubnis genutzt wurde. Der Vergleich mit dem ursprünglichen Plan zeigt, wie stark die Entwicklung von der Ausgangsplanung abweicht. Beides ist sinnvoll, beantwortet aber verschiedene Fragen. Der fortgeschriebene Ansatz ist auch keine Prognose: Dass Geld bereitsteht, heißt nicht, dass es im laufenden Jahr ganz gebraucht oder ausgezahlt wird.
Vollständigen Begriff öffnen →Ein Unternehmen überträgt seinen Gewinn aufgrund eines festen Vertrags an die übergeordnete Gesellschaft.
Erklärung und Beispiel lesen
Bei einer Gewinnabführung überträgt ein Unternehmen seinen Gewinn an eine andere Gesellschaft. Grundlage ist ein Vertrag (Gewinnabführungs- oder Ergebnisabführungsvertrag); wie hoch der Betrag ist, regeln Vertrag und Gesetz. Das unterscheidet sie von einer gewöhnlichen Gewinnausschüttung, über die die Eigentümer jeweils gesondert entscheiden. Bei solchen Verträgen kann umgekehrt auch eine Verlustübernahme entstehen. In der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) steht die Abführung als eigener Posten.
Worauf Sie achten sollten: Im EnW-Bericht gehört die Gewinnabführung nicht zu den Betriebskosten wie Material, Personal und Abschreibungen. Ergebnis vor Ertragsteuern minus Gewinnabführung ergibt auch nicht zwangsläufig das Jahresergebnis, weil weitere Posten dazwischen liegen können. Das Geld geht an die im Vertrag genannte Gesellschaft, nicht automatisch in den Haushalt der Stadt Bonn. Ohne Beleg lässt sich daraus also nicht ableiten, dass damit eine bestimmte städtische Aufgabe bezahlt wird.
Vollständigen Begriff öffnen →Die Stadt gibt bereits eingeplantes Geld nur noch eingeschränkt frei, um ihren Haushalt zu sichern.
Erklärung und Beispiel lesen
Bei einer Haushaltssperre darf bereits eingeplantes Geld nur noch eingeschränkt ausgegeben werden. Nach der Kommunalhaushaltsverordnung NRW kann die Kämmerin oder der Kämmerer – zuständig für die städtischen Finanzen – das anordnen, wenn die Haushaltsentwicklung es erfordert. Gesperrt werden können geplante Aufwendungen und Auszahlungen sowie Verpflichtungsermächtigungen, also Erlaubnisse, Verträge mit Zahlungen in späteren Jahren einzugehen. Welche Bereiche betroffen sind, welche Freigaben nötig sind und welche Ausnahmen gelten, steht in der jeweiligen Verfügung.
Bestehende rechtliche Zahlungspflichten bleiben. Eine Sperre ist auch noch keine nachgewiesene Einsparung: Manche Ausgaben fallen weg, andere werden nur verschoben oder später freigegeben. Achten Sie in einem Bonner Bericht deshalb auf Datum und Umfang der Sperre. Trennen Sie erwartete von tatsächlich erreichten Entlastungen. Eine Haushaltssperre ersetzt weder einen Nachtragshaushalt (einen im laufenden Jahr geänderten Haushaltsplan) noch ein Haushaltssicherungskonzept (einen Plan, wie der Haushalt wieder ausgeglichen werden soll).
Vollständigen Begriff öffnen →Straßen, Brücken, Kanalisation und andere öffentliche Anlagen samt dem Boden, auf dem sie liegen.
Erklärung und Beispiel lesen
Zum Infrastrukturvermögen gehören die Netze, Verkehrs- und Entwässerungsanlagen der Stadt mit dem zugehörigen Grund und Boden. Die Bilanzgliederung nennt unter anderem Brücken, Tunnel, Straßen, Wege, Plätze und Entwässerungsanlagen. Welche davon tatsächlich im Bonner Kernhaushalt stehen, zeigt der Jahresabschluss. Der Sammelbegriff heißt nicht, dass jedes Netz der Stadt dort vollständig enthalten ist.
Straßen oder Kanalbauwerke nutzen sich ab und werden deshalb grundsätzlich abgeschrieben. Der Boden darunter wird gesondert betrachtet. Die Summe ist also ein Buchwert des Bestands, kein jährliches Budget für Straßenbau. Sinkt der Wert, kann das an Abschreibungen oder Abgängen liegen. Ob die Stadt ihre Infrastruktur ausreichend instand hält, zeigen erst Angaben zu Zustand und Investitionen.
Vollständigen Begriff öffnen →Geld für etwas, das der Stadt längerfristig dient – etwa ein Gebäude, ein Fahrzeug oder eine Beteiligung an einem Unternehmen.
Erklärung und Beispiel lesen
Beispiel: Der Bau einer Schule ist eine Investition; die laufende Reinigung ist Sachaufwand, also laufende Kosten für Material und Dienstleistungen.
Eine Investition schafft oder kauft etwas, das die Stadt lange nutzt, etwa ein Gebäude, ein Fahrzeug oder eine Beteiligung. Erfüllt es die Voraussetzungen, wird es als Vermögen in die Bilanz aufgenommen. Die Zahlung erscheint in der Finanzrechnung als Investitionsauszahlung. Nutzt sich das Vermögen ab, wird der Wertverlust über die Nutzungsdauer verteilt – das ist die Abschreibung. Grundstücke werden grundsätzlich nicht planmäßig abgeschrieben.
Worauf Sie achten sollten: Investitionsbeträge beantworten eine andere Frage als die laufenden Kosten einer Aufgabe. Ein Schulneubau löst im Baujahr hohe Zahlungen aus; Reinigung und Energie fallen im laufenden Betrieb an. Nicht jede teure Reparatur ist eine Investition – das hängt von der Maßnahme ab. Bei Projekten über mehrere Jahre ist der Betrag eines Jahres nicht die Summe des ganzen Projekts. Und eingeplantes Geld heißt noch nicht, dass fertig gebaut wurde.
Vollständigen Begriff öffnen →Geld, das für Investitionen hereinkommt, abzüglich des Geldes, das die Stadt für Investitionen auszahlt.
Erklärung und Beispiel lesen
Der Investitionssaldo vergleicht, was die Stadt für Investitionen einnimmt und was sie dafür auszahlt. Einzahlungen sind etwa Zuschüsse für Bauprojekte oder Erlöse aus Verkäufen. Auszahlungen sind etwa Bauvorhaben oder der Kauf von Fahrzeugen und Beteiligungen an Unternehmen. Ist der Saldo negativ, reichen die Investitionseinzahlungen nicht für die Investitionsauszahlungen.
Ein negativer Saldo ist kein Verlust im Jahresergebnis. Ein gekauftes Gebäude oder Fahrzeug ist zunächst Vermögen der Stadt. Aufwand entsteht erst nach und nach über Abschreibungen, also den Wertverlust – ähnlich wie bei einem privat gekauften Auto. Neue Kredite und Tilgungen zählen nicht hierzu, sie stehen gesondert bei der Finanzierungstätigkeit. Auch ein positiver Wert ist nicht automatisch gut: Er kann etwa aus Verkäufen oder verschobenen Bauprojekten entstehen. Für ein Urteil muss man die einzelnen Investitionen und ihren Umsetzungsstand kennen.
Vollständigen Begriff öffnen →Was nach einem Jahr unterm Strich übrig bleibt: alles, was der Stadt zusteht, minus allem, was sie verbraucht hat – ein Überschuss oder ein Fehlbetrag.
Erklärung und Beispiel lesen
Das Jahresergebnis ist die letzte Zeile der Ergebnisrechnung: alle Erträge minus alle Aufwendungen. Es setzt sich aus drei Teilen zusammen – dem ordentlichen Ergebnis (laufender Betrieb), dem Finanzergebnis (etwa Zinsen) und dem außerordentlichen Ergebnis (seltene, ungewöhnliche Vorgänge). Sind die Erträge höher, entsteht ein Überschuss, sonst ein Fehlbetrag. Das Ergebnis verändert grundsätzlich das Eigenkapital der Stadt. Es ist aber weder der Kontostand noch die Veränderung der Kreditschulden in diesem Jahr.
Worauf Sie achten sollten: Der Zusatz Plan, Entwurf oder Ist sagt, welchen Stand die Zahl hat. Bei den Unternehmen der Stadtwerke Bonn (SWB) stammt das Jahresergebnis dagegen aus der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) nach Handelsrecht. Dort können zwischen dem Ergebnis vor Ertragsteuern und dem Jahresergebnis noch Steuern, Gewinnabführungen oder Verlustübernahmen liegen.
Ein ausgeglichenes Unternehmensergebnis nach Verlustübernahme heißt deshalb nicht, dass der Betrieb seine Kosten allein aus eigenen Erlösen deckt. Vergleichen Sie immer dieselbe Ergebnisstufe.
Vollständigen Begriff öffnen →Kunstwerke, Sammlungsstücke und bestimmte Denkmäler der Stadt; ihr Bilanzwert kann stark vom kulturellen Wert oder Marktpreis abweichen.
Erklärung und Beispiel lesen
Kunstgegenstände und Kulturdenkmäler sind ein eigener Bereich der Sachanlagen. Dazu können städtische Kunstwerke, Sammlungsobjekte und bestimmte Denkmäler gehören. Nicht jedes denkmalgeschützte Gebäude steht hier: Ein Baudenkmal, das als Verwaltungsgebäude dient, kann weiter bei den bebauten Grundstücken geführt werden.
Kunst und Denkmäler lassen sich schwer bewerten. Aus der ersten Bilanz der Stadt (Eröffnungsbilanz) können Werte weitergeführt werden, die nach den damaligen Regeln bestimmt wurden – teils nur ein symbolischer Erinnerungswert. Eine niedrige Bilanzsumme sagt daher wenig über die kulturelle Bedeutung einer Sammlung. Versicherungswert, Marktwert und möglicher Verkaufserlös sind andere Größen. Wie viel für den Erhalt nötig ist, zeigen erst Angaben zu Zustand und anstehenden Maßnahmen.
Vollständigen Begriff öffnen →Maschinen, technische Geräte und Fahrzeuge, die die Stadt im Kernhaushalt führt und länger nutzt, etwa Einsatzfahrzeuge.
Erklärung und Beispiel lesen
Hier stehen Maschinen, technische Anlagen und Fahrzeuge, die die Stadt längerfristig nutzt. Beispiele sind Einsatzfahrzeuge oder technische Geräte, die einzeln in der Bilanz geführt werden. Anlagen, die fest zu einem Gebäude gehören, können dagegen im Gebäudewert stecken. Wo etwas eingeordnet wird, hängt von der konkreten Anlage und den angewandten Bilanzregeln ab.
Neue Anschaffungen erhöhen den Wert. Abschreibungen und ausgemusterte Fahrzeuge senken ihn. Ein sinkender Buchwert heißt also nicht unbedingt, dass weniger Fahrzeuge einsatzbereit sind. Für den Ersatzbedarf bräuchte man zusätzlich Alter, Zustand und Nutzung. In Bonns Kernbilanz zählen nur die dort geführten Gegenstände. Fahrzeuge städtischer Unternehmen lassen sich aus dieser Position nicht ablesen und dürfen nicht ohne Prüfung hinzugerechnet werden.
Vollständigen Begriff öffnen →MVA steht für die Müllverwertungsanlage Bonn GmbH, die im Verbund der Stadtwerke Bonn (SWB) Restabfälle verbrennt.
Erklärung und Beispiel lesen
MVA steht hier für die Müllverwertungsanlage Bonn GmbH im Verbund der Stadtwerke Bonn (SWB). Sie verbrennt Restabfälle aus Bonn und der Region sowie geeignete Gewerbeabfälle. Den dabei entstehenden Dampf nutzt SWB Energie und Wasser, um Strom und Fernwärme zu erzeugen.
Worauf Sie achten sollten: Der MVA-Bericht zeigt den Jahresabschluss 2024 dieses einen Unternehmens. Er zeigt weder die gesamte städtische Abfallwirtschaft noch die Müllabfuhr und die übrigen Aufgaben von bonnorange. Auch die Abfallgebühr eines Haushalts lässt sich nicht direkt aus den MVA-Aufwendungen ablesen. Beim Vergleich mit EnW oder anderen SWB-Gesellschaften gilt: Die Unternehmen liefern einander Leistungen, etwa den Dampf. Mehrere Einzelabschlüsse zusammenzuzählen, ergibt deshalb noch keine bereinigte Gesamtrechnung des Konzerns.
Vollständigen Begriff öffnen →Wie viel Geld aus dem laufenden Betrieb der Stadt übrig bleibt oder fehlt: eingezahltes minus ausgezahltes Geld.
Erklärung und Beispiel lesen
Der operative Cashflow zeigt, ob die Stadt im Alltagsbetrieb mehr Geld einnimmt, als sie auszahlt. Gemeint sind echte Zahlungen aus der laufenden Verwaltung, zum Beispiel eingegangene Steuern oder gezahlte Gehälter. Laufende Zinszahlungen gehören nach der kommunalen Gliederung ebenfalls dazu. Ein positiver Wert heißt: Aus dem laufenden Betrieb bleibt Geld übrig. Ein negativer Wert heißt: Dafür muss zusätzlich Geld beschafft werden.
Investitionen, neue Kredite und Tilgungen stehen gesondert und zählen hier nicht mit. Abschreibungen (der jährliche Wertverlust von Gebäuden oder Fahrzeugen) und neu gebildete Rückstellungen sind keine Zahlungen und fehlen ebenfalls. Deshalb kann der Wert deutlich vom Jahresergebnis abweichen. Ein Überschuss heißt auch nicht, dass Investitionen und Tilgungen schon vollständig bezahlt sind. Unternehmen grenzen die Kennzahl teils anders ab oder berechnen sie indirekt. Vergleichen Sie mit einem städtischen Betrieb nur, wenn Definition, Zeitraum und Status (Plan oder Ist) übereinstimmen.
Vollständigen Begriff öffnen →Der Plan sagt, womit die Stadt für ein Jahr rechnet (politisch beschlossen), das Ist zeigt, was am Ende tatsächlich gebucht wurde.
Erklärung und Beispiel lesen
Beispiel: Plan 2025 und Ist 2024 beantworten verschiedene Fragen: Was hat die Stadt für 2025 vor? Was ist 2024 tatsächlich passiert? Ob ein Plan eingehalten wurde, zeigt erst der Vergleich innerhalb desselben Haushaltsjahres.
Der Plan ist wie ein Haushaltsbuch, das Sie zu Jahresbeginn aufstellen: So viel wollen wir ausgeben, so viel erwarten wir einzunehmen. Das Ist ist die Abrechnung danach: Was wurde tatsächlich gebucht? Bei Ausgaben ist der Planbetrag eine Erlaubnis, bis zu diesem Betrag Geld auszugeben. Er ist keine Zusage, dass das Geld auch vollständig ausgegeben wird. Bei Einnahmen bleibt auch ein beschlossener Betrag eine Erwartung.
Worauf Sie achten sollten: Ob der Plan eingehalten wurde, zeigt nur ein Vergleich innerhalb desselben Jahres. Wer zwei verschiedene Jahre vergleicht, sieht eine Entwicklung. Deshalb steht bei jeder Zahl, ob sie Plan oder Ist ist. Wichtig ist auch, ob der ursprüngliche Plan gemeint ist oder der Planwert inklusive nachträglicher Änderungen – etwa nicht genutzter Ausgabeerlaubnisse aus dem Vorjahr.
Gibt die Stadt weniger aus als geplant, kann das eine Einsparung sein. Es können aber auch unbesetzte Stellen oder verschobene Leistungen dahinterstecken. Die Abweichung allein verrät den Grund nicht.
Wichtig: Eine Abweichung vom Plan ist nicht automatisch gut oder schlecht – sie kann etwa durch verschobene Projekte, höhere Fallzahlen oder unerwartete Steuereinnahmen entstehen.
Vollständigen Begriff öffnen →Eine aktualisierte Schätzung, wie das Jahr voraussichtlich ausgeht – weder beschlossener Plan noch endgültiges Ergebnis.
Erklärung und Beispiel lesen
Eine Prognose schätzt, wie das Haushaltsjahr voraussichtlich ausgeht. Das ist wie ein Blick aufs Konto im Herbst: Was schon gebucht ist, ist bekannt; für die restlichen Monate wird geschätzt. Neue Steuerinformationen, veränderte Sozialausgaben oder verzögerte Bauprojekte können dazu führen, dass die Prognose vom beschlossenen Plan abweicht. Sie ersetzt den Plan nicht automatisch und ist noch kein Jahresabschluss.
Worauf Sie achten sollten: Jede Prognose hat zwei Daten – das Jahr, für das geschätzt wird, und den Tag, an dem die Schätzung veröffentlicht wurde. Zwei Prognosen für dasselbe Jahr können abweichen, weil dazwischen neue Informationen kamen. Eine „Verbesserung“ heißt nicht unbedingt Überschuss: Oft ist nur das erwartete Minus kleiner geworden. Was wirklich zum Jahr gehört, zeigt erst die spätere Jahresrechnung.
Vollständigen Begriff öffnen →Bereits geflossene Zahlungen, die wirtschaftlich zu einem späteren Zeitraum gehören, werden in der Bilanz diesem Zeitraum zugeordnet.
Erklärung und Beispiel lesen
Rechnungsabgrenzung sorgt dafür, dass Aufwand und Ertrag in dem Zeitraum zählen, zu dem sie gehören. Ein Alltagsbeispiel: Wer im Dezember die Kfz-Versicherung für das ganze nächste Jahr bezahlt, hat das Geld im alten Jahr ausgegeben, nutzt die Leistung aber im neuen. Zahlt die Stadt so im Voraus, entsteht eine aktive Rechnungsabgrenzung. Erhält sie Geld im Voraus für eine spätere Leistung, entsteht eine passive. Im Folgezeitraum wird der Posten aufgelöst und als Aufwand oder Ertrag gebucht, ohne dass erneut Geld fließt.
Das ist etwas anderes als eine offene Rechnung – dort steht die Zahlung noch aus. Die kommunalen Regeln sehen außerdem Abgrenzungen bei bestimmten mehrjährigen Zuwendungen vor. Solche Posten betreffen deshalb nicht nur wenige Tage um den Jahreswechsel. Was genau darin steckt, erklärt der Anhang zum Jahresabschluss.
Vollständigen Begriff öffnen →Der Wert, mit dem ein Gegenstand nach dem bisherigen Wertverlust noch in den Büchern der Stadt steht.
Erklärung und Beispiel lesen
Der Restbuchwert ist der Wert, der nach bisherigen Wertminderungen noch in der Bilanz steht. Ausgangspunkt sind meist die Kosten für Kauf oder Bau. Bei älteren Gegenständen kann es auch der Wert sein, mit dem die Stadt sie in ihre erste Bilanz übernommen hat (Eröffnungsbilanz). Abschreibungen senken den Wert Jahr für Jahr – wie bei einem Auto, das mit jedem Jahr weniger wert ist. Spätere Erweiterungen, die als Vermögen verbucht werden, oder zulässige Zuschreibungen können ihn wieder verändern.
Der Buchwert sagt nichts über den Zustand. Ein altes Fahrzeug kann noch zuverlässig fahren, obwohl es fast vollständig abgeschrieben ist. Umgekehrt beweist ein hoher Restbuchwert keinen guten technischen Zustand. Auch Verkaufspreis oder Kosten eines Ersatzneubaus lassen sich daraus nicht ablesen. Der Anlagenspiegel erklärt die Entwicklung in den Büchern. Wie gut etwas nutzbar ist und was investiert werden muss, steht in Zustandsberichten und Projektunterlagen.
Vollständigen Begriff öffnen →Künftige Verpflichtungen der Stadt, deren Höhe oder Zeitpunkt noch unsicher ist – zum Beispiel spätere Pensionen.
Erklärung und Beispiel lesen
Rückstellungen erfassen Belastungen, die schon verursacht sind, aber erst später zu Zahlungen führen – und deren Höhe oder Zeitpunkt noch nicht genau feststeht. Ein wichtiges kommunales Beispiel sind Pensionen: Beamtinnen und Beamte erwerben heute Ansprüche, die die Stadt erst im Ruhestand auszahlt. Auch bestimmte Prozessrisiken oder unterlassene Instandhaltungen können dazugehören, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Im Alltag entspräche das dem Vermerk im Haushaltsbuch: „Nebenkostennachzahlung kommt, Höhe noch offen.“
Wird eine Rückstellung gebildet, belastet das meist schon das Jahresergebnis, obwohl noch kein Geld fließt. Gezahlt wird erst, wenn die Verpflichtung eintritt. Fällt der Grund weg, wird die Rückstellung aufgelöst. Eine Rückstellung ist also kein Geld auf einem gesonderten Konto. Ihr Wert beruht auf Bewertungsregeln und Annahmen, die der Anhang zum Jahresabschluss erklärt. Nicht verwechseln: Verbindlichkeiten stehen in ihrer Höhe fest, Rücklagen sind ein Teil des Eigenkapitals.
Vollständigen Begriff öffnen →Anfassbare Vermögenswerte, die die Stadt lange nutzt, etwa Grundstücke, Straßen, Gebäude und Fahrzeuge.
Erklärung und Beispiel lesen
Sachanlagen sind alle anfassbaren Dinge, die die Stadt dauerhaft nutzt und in ihrer Bilanz führt – der Übersicht über Vermögen und Schulden. Dazu gehören zum Beispiel Grundstücke, Straßen, Gebäude und Fahrzeuge. Beteiligungen an Unternehmen zählen nicht dazu, sie stehen bei den Finanzanlagen.
Die Bilanz zeigt Buchwerte, keine Marktpreise. Der Wert steigt durch Zugänge und sinkt durch Abschreibungen (den jährlichen Wertverlust), Abgänge und Umbuchungen. Diese Entwicklung zeigt der Anlagenspiegel, eine Tabelle über die Veränderungen. Sinkt die Summe, kann das an Abschreibungen liegen, ohne dass entsprechend viel verschwunden ist. Marktwert, Sanierungsbedarf oder Kosten für Ersatz lassen sich aus dem Betrag nicht ablesen. In Bonn ist außerdem wichtig, wo eine Anlage geführt wird: im Kernhaushalt der Stadt oder in einem Bereich mit eigener Rechnung wie dem Städtischen Gebäudemanagement.
Vollständigen Begriff öffnen →Vor allem Zuschüsse und Beiträge, die die Stadt für den Bau oder Kauf von Vermögen erhalten hat – weder Schulden noch Sparguthaben.
Erklärung und Beispiel lesen
Sonderposten stehen auf der Passivseite der Bilanz zwischen Eigenkapital und Rückstellungen. Meist geht es um Fördergeld oder Beiträge, die die Stadt für eine Investition erhalten und dafür verwendet hat. Angenommen, ein Schulneubau wird bezuschusst: Das Gebäude verliert jedes Jahr an Wert (Abschreibung). Im gleichen Takt wird der Sonderposten aufgelöst und als Ertrag gebucht. So gleicht der Zuschuss einen Teil der Abschreibung aus – wie ein Zuschuss zum Auto, den man gedanklich auf die Jahre der Nutzung verteilt.
Dieser Ertrag bringt im jeweiligen Jahr kein neues Geld. Das Geld kam schon früher. Sonderposten sind deshalb weder gewöhnliche Kreditschulden noch frei verfügbares Guthaben. Daneben gibt es Sonderposten für den Gebührenausgleich und sonstige Sonderposten. Sie haben andere Zwecke und werden anders aufgelöst. Nicht jeder Sonderposten ist also wie ein Gebäudezuschuss zu lesen.
Vollständigen Begriff öffnen →Vermögen, das zur Stadt gehört, aber getrennt vom übrigen Haushalt geführt und abgerechnet wird.
Erklärung und Beispiel lesen
Kommunales Sondervermögen gehört rechtlich zur Stadt, wird aber nach besonderen Vorschriften getrennt geführt. Dazu können Eigenbetriebe und eigenbetriebsähnliche Einrichtungen gehören – städtische Betriebe mit eigener Buchführung. Gemeint ist kein beliebiger zusätzlicher Ausgabentopf. Mit einem Sondervermögen des Bundes ist es nicht ohne Weiteres gleichzusetzen. Ein Sondervermögen mit eigener Rechnung ist auch nicht automatisch eine rechtlich selbstständige Gesellschaft.
Führt eine solche Einrichtung eigene Bücher, stehen ihre Vermögenswerte und Schulden in ihrem eigenen Abschluss. Die Bilanz der Stadt (Kernbilanz) zeigt dafür nur einen Wert unter den Finanzanlagen, nicht jedes Gebäude noch einmal einzeln. Wer beide Ebenen betrachtet, darf diesen Wert und die Gebäude dahinter nicht addieren – sonst zählt er doppelt. Auch gegenseitige Forderungen, Zuschüsse und Verbindlichkeiten müssen bei einer Gesamtbetrachtung herausgerechnet werden.
Vollständigen Begriff öffnen →Die SSB (Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises GmbH) ist eine eigene Verkehrsgesellschaft im Verbund der Stadtwerke Bonn.
Erklärung und Beispiel lesen
SSB steht für die Elektrische Bahnen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises GmbH. Sie ist ein eigenes Unternehmen – nicht bloß ein anderer Name für die Stadtwerke Bonn Verkehrs-GmbH. Laut Bonner Beteiligungsbericht 2024 gehört sie der Verkehrs-GmbH und dem Rhein-Sieg-Kreis. Als eigene Gesellschaft hat sie auch einen eigenen Jahresabschluss.
Worauf Sie achten sollten: Verkehrsunternehmen können untereinander Leistungen verrechnen und Erlöse weitergeben. Solche Beträge tauchen dann in den Abschlüssen beider Gesellschaften auf. Wer Aufwand oder Umsatz beider einfach addiert, zählt sie womöglich doppelt. Für Aussagen über den ganzen Verkehrsbereich braucht es deshalb eine bereinigte Gesamtrechnung. Ein Defizit des Verkehrsbereichs lässt sich nicht allein aus dem Beteiligungsanteil oder dem Ergebnis einer einzigen Gesellschaft ablesen.
Vollständigen Begriff öffnen →Eine Einrichtung der Stadt mit eigener Buchführung, die einen großen Teil der städtischen Gebäude in Bonn betreut.
Erklärung und Beispiel lesen
Das Städtische Gebäudemanagement Bonn (SGB) stellt städtischen Ämtern und Einrichtungen Gebäude, Räume und die zugehörigen Grundstücke bereit. Es ist eine eigenbetriebsähnliche Einrichtung: Es gehört zur Stadt, führt aber eine eigene Rechnung. Darin berichtet es unter anderem über seinen Erfolgsplan (erwartete Erträge und Aufwendungen) und seinen Vermögensplan (Investitionen und ihre Finanzierung).
Die Gebäudewerte des SGB sind deshalb von den Gebäuden zu trennen, die direkt in der Bilanz des städtischen Kernhaushalts stehen. Ein niedriger Wert für Schulgebäude im Kernhaushalt heißt also nicht, dass Bonn kaum Schulgebäude hat. Aufwendungen des SGB und Zuschüsse aus dem Kernhaushalt dürfen Sie nicht einfach addieren. Der Zuschuss ist beim SGB bereits Teil seiner Finanzierung und kann in seinen Umsatzerlösen enthalten sein. Der Finanzbericht zeigt die wirtschaftliche Entwicklung des SGB. Einzelne Bauprojekte, Kostenprognosen und Termine stehen in den jeweiligen Projektberichten.
Vollständigen Begriff öffnen →Abkürzung für Tausend Euro: 1 TEUR entspricht 1.000 Euro, die Zahl wird dadurch nicht genauer.
Erklärung und Beispiel lesen
TEUR steht für Tausend Euro und gibt die Einheit einer Tabelle an. 1 TEUR sind 1.000 Euro, 250 TEUR also 250.000 Euro. Oft steht die Einheit nur einmal über einer Spalte oder Tabelle und gilt dann für alle Zahlen darin. Prüfen Sie vor einem Vergleich mit anderen Quellen, ob dort Euro, Tausend Euro oder Millionen Euro gemeint sind.
Umrechnen macht eine Zahl nicht genauer: Aus einer gerundeten TEUR-Angabe wird in Euro kein centgenauer Wert. Außerdem kann die Summe einzeln gerundeter Posten etwas von einer separat gerundeten Gesamtsumme abweichen. Das erklärt aber nicht jede Differenz. Ungeklärte Abweichungen in der Quelle bleiben sichtbar und werden nicht mit erfundenen Nachkommastellen ausgeglichen.
Vollständigen Begriff öffnen →Vermögen, das nur kurz bei der Stadt bleibt – etwa Vorräte, offene Forderungen und Geld auf dem Konto.
Erklärung und Beispiel lesen
Zum Umlaufvermögen gehören Vorräte, Forderungen, kurzfristig gehaltene Wertpapiere und liquide Mittel, also Bank- und Kassenbestände. Anders als das Anlagevermögen soll es nicht dauerhaft den Aufgaben der Stadt dienen. Trotzdem ist nicht alles sofort zum Bezahlen nutzbar. Eine Forderung aus einem Gebührenbescheid ist zunächst nur ein Anspruch – erst wenn gezahlt wird, steigt das Bankguthaben. Bei zweifelhaften Forderungen kann eine Wertberichtigung nötig sein, weil vielleicht nicht alles eingeht. Vorräte müssen erst verbraucht oder verwertet werden.
Wer die Zahlungsfähigkeit der Stadt beurteilen will, schaut deshalb auf die liquiden Mittel und darauf, wann Zahlungen fällig werden – nicht auf das gesamte Umlaufvermögen. Wächst das Umlaufvermögen, kann das auch an noch ausstehenden Zahlungen liegen. Mehr Geld in der Kasse bedeutet es nicht zwingend.
Vollständigen Begriff öffnen →Grundstücke der Stadt ohne Gebäude – vor allem Grünflächen, aber zum Beispiel auch Ackerland und Wald.
Erklärung und Beispiel lesen
Diese Bilanzposition umfasst unbebaute Grundstücke und grundstücksgleiche Rechte, also Rechte, die rechtlich wie ein Grundstück behandelt werden. Dazu gehören unter anderem Grünflächen, Ackerland, Wald und sonstige unbebaute Flächen. Unbebaut heißt nicht ungenutzt oder frei verkäuflich: Ein Park erfüllt eine öffentliche Aufgabe, auch ohne Gebäude. Straßenflächen stehen nicht hier, sondern beim Infrastrukturvermögen.
Boden nutzt sich nicht ab wie ein Fahrzeug und wird deshalb grundsätzlich nicht planmäßig abgeschrieben. Der Wert ändert sich etwa durch Käufe, Verkäufe, Umbuchungen oder Wertberichtigungen. Der Bilanzwert ist kein aktueller Bodenrichtwert und keine Schätzung möglicher Verkaufserlöse. In Bonns Kernbilanz zählen nur die dort geführten Flächen und Rechte, nicht pauschal alle Grundstücke im Stadtgebiet.
Vollständigen Begriff öffnen →Zahlungsverpflichtungen der Stadt, die am Bilanzstichtag feststehen – etwa Kredite oder noch offene Rechnungen.
Erklärung und Beispiel lesen
Verbindlichkeiten sind Verpflichtungen, bei denen Grund und Höhe im Wesentlichen feststehen. Dazu gehören Kredite, aber auch offene Rechnungen von Lieferanten, zugesagte Transferleistungen (etwa Sozialleistungen oder Zuschüsse) und Anzahlungen, die die Stadt schon erhalten hat. Nicht alles davon ist sofort fällig: Auch ein langfristiger Kredit steht hier. Der Verbindlichkeitenspiegel zeigt ergänzend die Restlaufzeiten, also wann welche Beträge fällig werden.
Rückstellungen stehen getrennt daneben, weil bei ihnen Höhe oder Zeitpunkt noch unsicher sind. Steigen die Verbindlichkeiten, heißt das nicht automatisch, dass die Stadt gleich viel neue Kredite aufgenommen hat. Bei jedem Schuldenvergleich sollte klar sein: Sind nur Kredite gemeint, alle Verbindlichkeiten oder auch Rückstellungen? Und geht es um den Kernhaushalt oder auch um städtische Betriebe?
Vollständigen Begriff öffnen →Der Plan eines städtischen Betriebs mit eigener Buchführung: Was will er investieren, und wie wird das bezahlt?
Erklärung und Beispiel lesen
Der Vermögensplan zeigt, wie viel eine Einrichtung mit eigener Rechnung investieren muss und woher das Geld dafür kommt. Er ergänzt den Erfolgsplan, der Erträge und Aufwendungen betrachtet. Beispiel Bauprojekt: Der Vermögensplan zeigt das Geld, das für den Bau nötig ist. Die Abschreibungen auf das fertige Gebäude erscheinen später im Erfolgsplan.
Beide Beträge zusammenzuzählen hieße, verschiedene Rechengrößen zu vermischen. Im Bericht des SGB kann die Investitionssumme auch aktivierte Eigenleistungen enthalten: eigene Arbeit, die als Teil des Bauwerks verbucht wird. Dafür fließt kein zusätzliches Geld nach außen ab. Der Vermögensplan ist keine Bilanz des vorhandenen Vermögens und nicht automatisch eine vollständige Zahlungsübersicht. Achten Sie auf die enthaltenen Positionen, den Berichtszeitraum und darauf, ob Plan, bisheriges Ist oder Hochrechnung gemeint ist.
Vollständigen Begriff öffnen →